Freeride Stubai – bis die Oberschenkel brennen

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Freeride Stubai – bis die Oberschenkel brennen

Powder Department am Stubaier Gletscher und Treeruns in der Schlick 2000

Die 59 Abfahrten in den vier Skigebieten des Stubaitals sind nur ein Vorgeschmack auf die skifahrerischen Möglichkeiten, die das Stubai den echten Könnern bietet. Freerider suchen das Abenteuer neben der Piste – und finden am Stubaier Gletscher im Rahmen des Powder Departments 15 traumhafte Tiefschneeabfahrten, die dank Off-Piste Map und GPS-Tracks ganz leicht zu finden sind.

Die Wolken reißen auf, hier und da blitzt bereits der blaue Himmel durch und oben am Stubaier Gletscher, das hat der Blick auf die Webcam verraten, wird das Wetter makellos sein. Und das bedeutet nichts anderes als: strahlender Sonnenschein über einem Nebelmeer, dazu frischer Powder. Alle Zutaten für einen genialen Skitag sind vorhanden, jetzt heißt es schnell sein. Denn an Powderdays gibt es keine Freunde, sagt zumindest ein schönes Sprichwort unter Freeridern. An Powder-Tagen muss man schnell sein, um als erster seine Lines in den unberührten Schnee zu ziehen – die dann von den anderen neidisch begutachtet werden.

Stubaier Gletscher Freeride

Aufstieg zu jungfräulichen Abfahrten am Stubaier Gletscher (c) Tirol Werbung

Powder Department: Powder Department Runs

Kurz oberhalb der Dresdner Hütte ist es soweit, sanft gleitet die rote Gondel der Eisgratbahn aus dem grauen Watteteppich hinaus in den blauen Winterhimmel, ringsum öffnet sich ein weißes Paradies, über dem die Schaufelspitze als Zentrum des Stubaier Gletscherskigebietes markant aufragt. Ein Bild so typisch für das Stubai wie die breiten XXL-Gletscherhänge mit den perfekt gewalzten Pisten, die vielen markierten, aber nicht präparierten Skirouten oder die endlosen Möglichkeiten abseits davon. Platz gibt es also in Hülle und Fülle, so dass die elf im letzten Winter im Rahmen des Powder Departments mit GPS-Daten neu erfassten und auf einer Freeride-Map eingezeichneten Runs auf 15 aufgestockt wurden – alle sind von den Liften aus ohne mühsamen Aufstieg zu erreichen. Einige davon wie das „Hidden Valley“ oder den schmalen Canyon des „Cannonball“, eine schmale, mit Pulverschnee regelrecht zugeschüttete Rinne, sind bereits bei der Bergfahrt zum Eisgrat bestens zu sehen. Entsprechend groß ist die Vorfreude – in Gedanken zieht man schon jetzt seine Turns und merkt sich kleine Cliffs, die sich gut in die Line integrieren lassen.

Stubai: Das Mekka für Freerider

Das Stubaital im Ganzen und der Stubaier Gletscher als „Königreich des Schnees“ im Besonderen sind seit Jahren bekannt für ihre Schneesicherheit und skifahrerischen Möglichkeiten. Für die Locals zählt etwa die Schlick 2000 zu den besten Freeridegebieten rund um Innsbruck – die großartige Kulisse der Kalkkögel ist da nur das Tüpfelchen auf dem i. Nur unter der Hand werden die Möglichkeiten am Elfer und bei den Serlesliften weitergegeben. Kein Wunder, der Platz ist knapp, doch im Hochwinter nach Neuschnee gibt es auch hier ein fantastisches Backcountrygebiet. Noch umfassender sind die Möglichkeiten am Stubaier Gletscher – aufgrund der Höhenlage und der Gletscher finden Freerider hier bis in den Frühsommer fantastische Schneeverhältnisse. Dabei gilt allerdings auch hier wie überall im Backcountry: Bei Verlassen der gesicherten Pisten betritt man alpines Gelände mit den entsprechenden Gefahren – und ist dort für sich selbst verantwortlich. Grundwissen über alpine Gefahren wie Lawinen und das Verhalten im freien Gelände sind ebenso essentiell wie die nötige Sicherheitsausrüstung. Das nötige Wissen lernt man bei Veranstaltungen wie dem SAAC Basic Camp (16.-17.11.2013 und 26.-27.4.2014) oder dem Powder Department Freeride Camp (21.-23.2.2014). Hiesige Bergführer von der Alpinskischule Neustift oder dem Freeridecenter Stubai stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Freeriden im Skigebiet Schlick 2000

Freeride Stubai im Skigebiet Schlick 2000 (c)

Erst checken, dann riden – Freeride Stubai

Gleißender Sonnenschein begrüßt alle Skifahrer und Snowboarder bei der Bergstation Eisgrat, wo die Freerider erst mal einen Abstecher in die Cafe Bar Zum Steinbock machen, soviel Zeit muss sein. Dank gratis W-LAN wird noch einmal kurz der neueste Lawinenlagebericht gecheckt, parallel dazu sorgt der gute Espresso für einen weiteren Energieschub, dann geht’s raus zum Powder Department Checkpoint, einer großen Übersichtstafel mit Off-Piste Map, aktuellen Lawineninformationen und Kontrollpunkt für das LVS-Gerät. Ab 2013/2014 wird ein solcher Freeride Checkpoint auch an der Talstation Stubaier Gletscher bereit stehen. Erst nach dem ausführlichen Check dürfen die breiten Powderlatten Schnee schmecken, lässig tauchen sie ein in den frischen Powder unterhalb der Station Eisgrat und nehmen Kurs auf den Cannonball. Von der Gondel war der Canyon kaum zu übersehen, hier im Gelände ist der Überblick etwas schwerer, doch ein Blick aufs Smartphone mit dem GPS-Track zeigt, dass die Richtung stimmt. Das Gelände kippt, der Adrenalinpegel steigt und der Schnee staubt – der Auftakt könnte nicht besser sein. Eine Handvoll Schwünge später spuckt einen der Canyon wieder aus, nur kurz, um an der Dresdner Hütte vorbei bei der Stütze 12 den gleichnamigen Run unter die Bretter zu nehmen.

Bei der Bergfahrt mit der roten Gondel bleibt Zeit zum Durchschnaufen, die müden Oberschenkel brennen, was nach knapp 1200 Höhenmeter feinster Tiefschneehänge kein Wunder ist – doch sie brennen auch nach neuen Lines. Und obwohl die Verhältnisse perfekt sind und natürlich auch andere den Tag nutzen, entdeckt man entlang der GPS-Tracks immer noch ganz viel unverspurtes Gelände. Wie bei The Wall, einer Variante zur beliebten Skiroute Fernau-Mauer. Ein lohnender Run, doch noch interessanter ist die Linie daneben. Die feine Schneide entlang der Moränenkante wartet geradezu auf die erste Spur. Also nichts wie hin, der Skitag ist noch lange nicht vorbei – und es gibt noch so viel zu entdecken.

Video Freeride Stubai

Bilder Freeride Stubai

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Mit absoluter Schneesicherheit, riesiger Variantenvielfalt und zahlreichen Freeride Möglichkeiten zählt der Stubaier Gletscher ohne Zweifel zu den besten Freeride Destinationen in Tirol. Im Powder Department warten 15 Freeride Runs im freien Alpinen Gelände darauf, von euch erobert zu werden und zusammen mit dem Backcountry der Stubaier Winterskigebiete Schlick 2000, Elfer Lifte und Serlesbahnen bietet das Stubaital einfach nur unbegrenzte Möglichkeiten, von Oktober bis Mai immer und immer wieder frischen Powder abseits der Pisten zu finden. Freeride Stubai - entdecke das Powder Department.

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